oder wenn nichts mehr hilft ….einatmen und ausatmen

Es war sicher die gelungene Programmmischung, die die AOK Rheinland / Hamburg im Mönchengladbacher Borussia-Park organisiert hatte und so für uns zu einem richtig guten und ergiebigen Tag gemacht haben.

So attraktiv, dass an die 80 Mitgliedsfrauen des unternehmerinnen forum niederrhein und ihre Gäste vom tiefen Niederrhein an einem „normalen“ Dienstagnachmittag der Einladung der AOK Rheinland/Hamburg ins Borussia-Stadion gefolgt sind. Mit von der Partie waren ebenso Unternehmerinnen des VdU Rheinland mit ihrer Präsidentin, Annette Elias. 

AOK BGF-Kongress mit ufn im ista-Borussia-Stadion Mönchengladbach

Begrüßung durch die AOK Rheinland/Hamburg und der Mitarbeiterin des BGF-Instituts (hier Ismet Kezer (3.v.L. und Annette Elias, rechts im Bild)

Der Titel der Tagung klingt salopp, das Thema ist ernst: Stressfaktoren im Arbeitsalltag erkennen und lernen, damit so gut es geht, gelassen(er) umzugehen. Das AOK-Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) bietet Führungskräften und Teams Seminare und Trainings an, um sie resilienter gegen aufkommenden Stress und Druck zu machen.

An diesem Nachmittag kommt Dr. Martin Morgenstern ins Spiel. Mit flauschingem Gorillakostüm, Handpuppe und diversem Brillenequipment erklärte der studierte Evolutionspsychologe im Schnelldurchgang woher wir kommen, über welche Entwicklungsstufen wir über die Jahrtausende zu aufrechtgehenden Menschen geworden sind und wir lernten von ihm erneut, dass wir als ehemalige Jäger und Sammler immer noch die drei zum Überleben notwendigen Ur-Reflexe „Angriff“ oder „Flucht“ oder aber „sich tot stellen“ in unseren Genen haben. Die aber leider in unserer heutigen komplexen Welt nicht so fein ausdifferenziert sind, dass der moderne Mensch Extremsituationen und Überforderungen mit Gelassenheit durchsteht.

Für uns durchlebte er in seinem Vortrag alle Phasen von arbeitsbedingtem Stress, von schlecht laufenden Präsentationen und Kundengesprächen, geplatzten Terminen und aufkommenden Ärger in Teams – jetzt zwar ohne Affenkostüm, dafür mit unterschiedlich farbigen Brillen- je nach Stimmungslage.

Erkennen und akzeptieren, wenn man im Moment nichts ändern kann

Dann wurde das (bewegungsfreudige) Auditorium aktiviert. Martin Morgenstern animierte zum leichten Lockermachen, zum Kurz-Entspannen, zum Ein- und Ausatmen. Letztendlich geht es ihm darum, Wege aufzuzeigen, nicht d i e eine Lösung anzubieten, sondern aufzuzeigen, wie man für sich die rote Linie bis zum Kipppunkt erkennt und in der Folge versucht, mit Augenmass und Gelassenheit gegenzusteuern, runterzufahren oder einfach auch einmal zu akzeptieren, dass gerade alles „echt Scheiße“ läuft, aber gerade nicht die Macht des Handelns hat (hier kam übrigens ein beeindruckend großer Stoff-Kackhaufen mit Augen zum Einsatz).

Gesunder Schlaf ist wichtig- Schlaf hilft Stress abbauen

Mit gutem Schlaf lässt sich die eigene Gelassenheit und Resilienz ganz erheblich verbessern, erklärte im Anschluss Nils Strack vom BGF, „denn während des Schlafes ist das Gehirn hochaktiv. Schlaf ist kein passiver Zustand, sondern eine aktive Phase, in der das Gehirn seine wichtigsten Funktionen ausführt. Das Gehirn braucht den Schlaf, um sich zu regenerieren und neu zu sortieren. Die Eindrücke, Informationen und Bilder, die tagsüber gesammelt werden, verarbeitet es in der Nacht. Das Gehirn muss unwichtige von wichtigen Informationen trennen. Auch werden im Schlaf Abfallprodukte abgebaut und abtransportiert.

Was kann man selbst tun für einen guten Schlaf? Auch hier gab es zahleiche nützliche Vorschläge von Einschlafritualen bis zum dringenden Rat, abends nicht bis zur letzten Minute vorm Zubettgehen ins blaue Ipad-Licht zu schauen oder das Bett nicht als Ersatz-Arbeitsplatz zu nutzen.

Das Bett ist kein Arbeitsplatz:
es ist zum Schlafen da und für sexuelle Aktivitäten
Tobias Adler

Und dann gab es die legendäre Currywurst des Borussia-Park. Lecker! Sagten jedenfalls alle Nicht-VegetarierInnen, aber auch für sie war gesorgt. Leckeres Essen bringt immer Menschen zusammen, man lernt sich kennen, findet spannenden Gesprächsstoff und behält den neuen Kontakt in Erinnerung- Zeit zum Netzwerken!

Wir sahen 3 gutgelaunte Männer in grauen Polohemden auf uns zukommen und wussten – jetzt gibt es die angekündigte Führung durch das Borussia-Stadion. Erst ein Gesamtfoto, dann lief man in zwei Gruppen los.

Die Autorin dieses Textes wurde geführt von zwei Männern, die den Borussia Mönchengladbach-Vereinsspirit bereits mit der Muttermilch aufgesogeAOK BGF-Kongress mit ufn im ista-Borussia-Stadion Mönchengladbachn haben: Frank und Peter. Wir hörten und sahen Beeindruckendes: über Stadiongröße (55.000 Plätze), Veranstaltungskalender, Gastrobereiche und Teams, Besucher- und Umsatzzahlen, Pressetribüne, Technik und natürlich die dazugehörigen Dönekes. Wir haben die VIP-Lounges bestaunt (und die jährlichen Abo-Kosten für eine solche), konnten uns im Presseclub umsehen, wo Journalisten und Journalistinnen jede Woche die Trainer über Sieg oder Gründe für die Niederlage befragen. Wir bekamen im Keller die videoüberwachten Verwahrräume für Hooligans, Betrunkene und gewaltätige Besucher zu sehen, dann ein echtes Highlight: wir durften in die Umkleidekabine der Gastmannschaften. Chic, komfortabel! „Obwohl“, wie Frank betonte, „man es der Gastmannschaft zwar angenehm machen will, aber nicht zuviel, denn letztendlich sollen sie ja in der Hauptsache die wichtigen 3 Punkte hier lassen…“

Spannend auch die Mixed- und Einlaufzone. Frank und Peter brennen für ihren Verein und sie kennen alles und jeden – dementsprechend unterhaltsam war die fast zweistündige Führung. Aber ganz besonders hängt ihr Herz an der berühmten „Fohlenmannschaft“ mit ihrem legendären Trainer Hennes Weisweiler. Natürlich gab es die Story von Netzers Selbsteinwechslung beim DFB-Pokalendspiel 72/73 und die Kurierdienste des Berti Vogts zwischen Netzer und Weisweiler. Auf der Ehrentribüne angekommen, sahen wir sie im Geiste auf ihren Ehrenplätzen: Jupp Heynckes, Günter Netzer und Berti Vogts! Da musste sich sogar Corinna Ortmann, eigentlich überzeugte Borussia Dortmundanhängerin- emotional angefasst – einmal auf den Sessel von Günter Netzer setzen! Unten angekommen durften wir den heiligen Rasen von Nahem betrachten, aber „Betreten verboten“. Peter weihte uns in die Geheimnisse dieses perfekten Grüns ein. Es ist eine Mischung aus Kunst- und Naturrasen und kann somit einfacher und weniger kostenintensiv perfekt gepflegt werden. Es war ein Riesenvergnügen, einen Blick hinter die Kulissen eines solchen Stadions werfen zu können und das mit einer so tollen Führung.

Ein besonderer Dank geht an Manrico Preisel , den MÖGLICHMACHER dieses Erlebnisses und natürlich dem gesamten Team der AOK Rheinland/Hamburg und des BGF-Teams für die Organisation dieses Tages zum betrieblichen Gesundheitsmanagement!

Text Gabriele Coché-Schüer
Fotos: Yvonne Koall – yvonnekoall.de

Impressionen

 

Bildergalerie

 

Fotos / Video: Yvonne Koall – yvonnekoall.de