Genauso hatten wir es uns vorgestellt- unser Jubiläumsjahr. Prall gefüllt mit aussergewöhnlichen, inspirierenden Veranstaltungen, Begegnungen und neuen Erkenntnissen!
Ein Motto hatten wir diesem Jahr ebenfalls mit auf den Weg gegeben und das zog sich wie ein roter Faden durch alles, was im Laufe der letzten 12 Monate an Veranstaltungen, Reisen, und Besichtigungen ‚on the menu‘ zu finden war :
Nachhaltiges Wirtschaften. Ein Thema, das sich aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten lässt.
Jetzt, Anfang November waren wir zu Gast bei BONITA in Hamminkeln. Ein Mode-Unternehmen, das sich nach turbulenten Unternehmensphasen, mehrfachem Besitzerwechsel, anschliessendem Management-Buyout und erfolgreich überstandener Eigenregie-Insolvenz auf den Weg gemacht hat, die Marke BONITA ganz neu mit einem modernen, zielgruppenorientiertes und attraktives Image auf dem hart umkämpften Mode- und Textilmarkt zu positionieren.
An den Anmeldungen bestätigte sich wieder einmal: Das Thema Mode zieht immer! An die 50 Mitgliedsfrauen und ihre Gäste wollten sich diese Gelegenheit, das Unternehmen kennenzulernen, nicht entgehen lassen. Und das zuerst: Es war ein überaus herzlicher und wertschätzender Empfang, das beim Ankommen auf dem Parkplatz begann und mit einer netten give-away-Tasche beim Verabschieden aufhörte.
Von Oliver Mölls, CFO, lernten wir an diesem Nachmittag eine Menge über die gewaltigen Anstrengungen, die es braucht, ein Unternehmen nach vielen Turbulenzen wieder in die Spur zu bringen, über das Engagement sowohl der beteiligten Führungscrew als auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ohne deren Einsatz und Loyalität so ein Parforce-Ritt nicht funktioniert. Isabelle Sellmann, HR Senior Business-Partner, begrüßte uns und hielt bei dem, wie sich herausstellte, doch strammen Programm an diesem Nachmittag die Moderationsfäden in der Hand.
Natascha Feldkamp, HR-Chefin, erklärte, warum ihre Abteilung statt Human Resource jetzt ‚People and Culture‘ heißt: weil es eben nicht darum geht, benötigtes Personal ‚nur‘ einzustellen und zu verwalten. Wer heute als Unternehmen gutes Personal gewinnen will, muss Stück für Stück eine auf Nachhaltigkeit und Mitarbeiterbindung angelegte Strategie entwickeln und …. umsetzen.

Natascha Feldkamp und Oliver Mölls
„Wir haben ein Leitbild entwickelt“, so Natascha Feldkamp, „das für alle Beteiligten- also für die Menschen in Leitungsfunktionen genauso wie für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier in der Zentrale als auch draussen in den Shops verbindlich sein soll. Wir als Führungsteam machen große Anstrengungen, dieses Leitbild vorzuleben. Und es gibt in unserem Haus klar definierte Spielregeln, nach denen kommuniziert und gehandelt wird. Ganz wichtig: Wir betrachten BONITA als einen politisch neutralen Ort- bei uns hat Diskriminierung keinen Raum.“
Sie ist überzeugt, dass „das Miteinander nur funktioniert, wenn im Unternehmen eine vertrauensvolle, offene und vor allem wertschätzende Gesprächskultur gepflegt wird. Dazu gehört die Möglichkeit zu regelmässigem Feedback, aber auch konstruktiver Kritik für beide Seiten. Wer, wie wir, auf der Suche nach gutem Personal ist, muss auch nach aussen hin zeigen, was unsere Vision, unsere Unternehmensziele und Werte sind. Und dann sind es oft die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen… Es kann z.B. sein, dass ein neuer Mitarbeiter oder neue Mitarbeiterin erst zu einem späteren Zeitpunkt bei uns startet. Dann halten wir in der Zwischenzeit Kontakt, informieren über Neues bei BONITA, denken vielleicht an den Geburtstag oder schicken Weihnachtsgrüße- zeigen einfach, dass wir uns auf ihn oder sie freuen.“
Und wir empfanden es als besondere Wertschätzung, dass der BONITA-Chef und Inhaber, Karsten Oberheide, quasi nonstop von einer Südostasien- und Chinareise zu uns in die Veranstaltung kam. Auch er berichtete noch einmal kurz von den schwierigen Anfängen:

Karsten Oberheide
„Als wir den Neustart wagten, gab es natürlich schmerzliche Einschnitte, aber wir haben die Insolvenz in Eigenregie überstanden. Wir mussten praktisch alles infrage stellen. Warum gingen die Umsatzzahlen in den fast 1000 BONITA-Shops abwärts, obwohl die Zahl der Kundinnen, die in die Läden kamen, konstant hoch blieb? Wer war eigentlich noch unsere definitierte Zielgruppe? Deckte sich die Firmenideologie von BONITA-Eigner Tom Tailor überhaupt mit der Marke Bonita? Welche Shops können erfolgreich weitermachen? Zu den Fragen des Re-Brandings kam natürlich auch die komplette technische und logistische Re-Strukturierung. Der online-Handel musste attraktiv werden. Für all das wollten wir eine Mannschaft an Bord haben, die team- und begeisterungsfähig ist, der wir Leistung abfordern können, weil wir andrerseits als Führungsteam auch alles tun wollen, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen und ermutigen, sich weiter zu entwickeln und in neue Richtungen zu denken, egal, an welcher Stelle sie arbeiten. Heute haben wir wieder über 400 gut geführte Shops und das wird nicht das Ende sein.“
A lot of stuff… Deshalb wurden wir jetzt erst alle einmal zur Entspannung in Richtung des Hochlagers gebeten. In zwei Gruppen führte uns der Logistikchef durch das riesige, komplett digitalisierte Lager, das man von der Autobahn kommend mit dem blauen BONITA-Logo schon fast wie eine Landmarke wahrnimmt. Von hier aus erfolgt der gesamte Versand, sowohl in die Shops in Deutschland und Österreich als auch in die Partnerunternehmen und natürlich wird hier der gesamte online-Versand organisiert.
Dann aber wieder zum Thema Mode und Design! Wir lernten die langjährige Chefdesignerin Tanja Bangel kennen, die uns einen spannenden und lehrreichen Einblick in die Kollektionsentwicklung und Produktion gab.

Tanja Bangel
Pro Jahr werden 22 Kollektionen produziert. Das bedeutet aber, dass man jetzt schon nahezu jedes Detail für alle Kollektionen 2026 festgelegt hat. Eine enorme Teamleistung. Die Zielgruppe ist mit ‚Best Agers‘ (und zukünftig auch mit einem Blick auf die noch jüngeren Frauen) definiert. Tanja Bangel zeigte uns die unterschiedlichen Stoffqualitäten, die jedoch immer mit Teilen aus der jeweiligen Kollektion kombinierbar sind, Hose mit Jacke, Kleid mit Jäckchen, Bluse mit Hosen oder oder…
Kurze Zeit später konnten wir in einer kleinen Modenschau diese Kombinationswunder „direkt an der Frau“ erleben. Yasmin Bernick, Area Manager Retail, und verantwortlich für weit über 40 Shops in NRW, stellte mit vier Mitarbeiterinnen sehr charmant, witzig und mit viel Begeisterung die neue Kollektion vor. Daneben erfuhren wir viel Wissenswertes über die sehr detailliert entwickelten Verkaufsstrategien in den Shops. Es gab einen Riesenapplaus für die Damen.
Nachhaltigkeit in der Textilwirtschaft?! Ein heißes Thema, wenn man auf die Fast Fashion Kollektionen und ihre Konsument:innen schaut. Vor allem, wenn man weiß, wo und unter welchen Bedingungen in Südostasien und China produziert wird. Annette Koch ist Head of Sustainibility bei BONITA und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema. Es ist eine Aufgabe, die kleinteilig und mit Ausdauer zu erledigen ist, wie sie sagt. Wer sind die Produzenten? Wie nachhaltig produzieren sie? Unter welchen Bedingungen arbeiten die Näherinnen und Näher? Was weiß man über die Lieferkette? Was ist eine bestimmte Zertifizierung überhaupt wert?
Karsten Oberheide, gerade von einer Reise zu Lieferanten zurück, ist sich klar, dass es eine große Grauzone gibt. „Wir haben bisher ganz bewußt davon abgesehen, uns ein Nachhaltigkeitszertifikat zu beschaffen. Der Aufwand ist riesengroß, die Audits aufwändig und kostspielig und damit verhindert man trotzdem nie, dass es im Produktionsland nicht geahndete Missstände gibt. Wir sehen, dass alle, wirklich alle großen Label in Asien produzieren und mit kleinen Restarbeiten in ihrem Heimatland dann berechtigt sind, das „made in France“ oder „made in Italy“ auf ihren Etiketten zu drucken. Wir handeln selbstverständlich mit allen unseren Möglichkeiten und Resourcen nachhaltig und transparent. So lassen wir bei von uns intensiv geprüften Unternehmen in der Türkei, Sri Lanka, Vietnam, Bangladesh, Indien, China und Deutschland produzieren und das sagen wir auch ganz offen. Wir werfen so gut wie nichts weg- und wenn wir es zu einem Wahnsinnsniedrigpreis in unserem Outlet verkaufen.“

Yvonne Koall
Ehrlich? Nach so viel Input hatten wir uns das Fingerfood-Buffet von Malina redlich verdient. Übrigens war der Showroom oben weiter für uns geöffnet. Vor, während und nach dem Essen war reger Traffic im Treppenhaus…. Frei nach dem Motto: ’shop till you drop!‘
Alles im Foto und Video festgehalten hat übrigens unsere neue Mitgliedsfrau und Fotografin Yvonne Koall
Einen großen Dank nach Hamminkeln an alle, die sich für und an diesem Nachmittag so viel Mühe gemacht.
Text:Gabriele Coché-Schüer
Fotos/Video: Yvonne Koall
Impressionen des Abends im Video
Bildergalerie
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Fotos und Video: © Yvonne Koall




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