It’s Magic! For ever!!

Es ist wie die Energie einer Riesenwelle, die sich langsam, aber unaufhaltsam auftürmt und dann gewaltig aufbrandet, wenn einmal im Jahr 400 Frauen in den Tichelpark strömen um wieder dabei zu sein beim (bei aller Bescheidenheit) schönsten Blind Date, das ein Kino wie der Tichelpark überhaupt bieten kann.

„Nie ist der Kinosaal so voller Energie und Herzblut wie zur FrauenfilmNacht“
Barbara Baratie

Die ersten FilmNacht-erfahrenen Besucherinnen kommen in kleinen Grüppchen bereits um halb sechs (!), um aus den 3 Überraschungsfilmen ihren Favoriten auszusuchen und ihre Plätze in dem entsprechenden Kinosaal zu sichern, indem sie zwar keine Handtücher, aber doch eine Jacke, einen Schal oder -wie schon gesehen- eine Krawatte auf den Sitz platzierten, um dann in der Lounge noch gemütlich einen Kaffee oder Wein zu trinken.

Auf der Treppe steht auch dieses Mal Annette Raadts, die die Besucherinnen mit ihren knackfrischen Äpfeln begrüßte.

Das erste leise Raunen und Plaudern wird wie immer kurz vor dem Filmstart zum Stakkato. In den Gängen zu den Kinosälen wuseln die Frauen hin und her: „Welchen Film nehme ich denn jetzt?“, die Schlange am Popcorn-Maker nimmt nicht ab. Es duftet. Am Ende gehen alle mit einer Riesentüte Popcorn oder Nachos in „ihren“ Film. Filmstart ist 19.00h. Das Stimmengewirr hat sich in die Kinosäle verlagert. Es kann losgehen…

Die FrauenFilmNacht, die immer rund um den Internationalen Frauentag stattfindet, ist über die Jahre ein „Must“ für viele Frauen vom Niederrhein geworden. Das war und bleibt unser Ziel.

Wir wollen, dass die FrauenFilmNacht ein Hotspot ist, an dem sich möglichst viele Frauen treffen, solche, die sich lange nicht mehr gesehen haben, solche, die neue Kontakte knüpfen wollen, Freundinnen und Kolleginnen, die gerne etwas Gemeinsames mit Spaß unternehmen und unbedingt „Starke-Frauen-Geschichten“ lieben.

…Und ich habe euch alle gesehen:
Zonta ist da, die Innerwheelerinnen, die Rotarierinnen,
Lions ist hier, ich habe die Landfrauen entdeckt, politisch aktive Frauen,
Unternehmerinnen, Mütter, Töchter, Sportskameradinnen
B. Baratie

Genau das wollen wir mit jeder FrauenFilmnacht auf’s Neue fördern. Was uns aber genauso wichtig ist, ist, dass wir Frauen dafür gewinnen wollen, sich für andere Frauen zu engagieren, sie durch finanzielle Hilfen darin zu unterstützen, selbstbestimmt und Existenz sichernd ihr Leben zu gestalten. Für Frauen direkt vor Ort, aber auch weiter weg.

„Und Ihr seid alle Teil einer Erfolgsgeschichte.
Die FrauenFilmNacht hat in den vergangenen Jahren 70.000 Euro eingesammelt.
70.000 Euro, die zugunsten von Frauen in Kleve und Umgebung, aber auch über die Kontinente hinaus fliessen konnten.
Damit konnten wir Frauen neue Perspektiven und Lebenschancen eröffnen.“
B. Baratie (im Intro)

Alles bleibt anders

In der Vergangenheit gab es vor dem Filmstart jeweils ein kurzes Live-Statement von den Institutionen, deren afrikanische und regionale Frauenprojekte wir mit durch die Filmnacht eingesammelten Spenden unterstützen konnten.

In diesem Jahr haben die Vorständinnen Barbara Baratie und Stefanie Feld – Dank Manuel Funda von der Kisters-Stiftung – in einem kurzen Introvideo aufgezeigt, was eine direkte finanzielle Unterstützung im Niger bewirken kann. „Schon seit vielen Jahren können sich die Buantamdi-Frauen auf unsere Spenden verlassen. Im letzten Sommer haben wir Erzbischof Laurent Lompo aus dem Niger getroffen, der engen Kontakt zur Kevelaerer Stiftung Pro Humanität hält. Er erzählte uns, dass derzeit an die 2400 Buantamdi-Frauen von unserer Unterstützung profitieren“, berichtete Stefanie Feld, „im Niger sind Terror, Gewalt, Armut und Hunger an der Tagesordnung. Unsere Spenden gehen in Mikrokredite, die den Frauen eine eigene Selbständigkeit ermöglichen, z.B. in der Vieh- und Landwirtschaft, aber auch in der Weberei und Näherei.“

Mit dem eingesammelten Geld der FrauenFilmNacht sollen aber ebenso Frauen hier am Niederrhein unterstützt werden. Jedes Jahr geht ein Teil an Initiativen und Vereine in die Kreise Kleve und Wesel, die für direkte Hilfe und Angebote für Frauen in Notlagen sorgen. So werden in diesem Jahr 2.500 Euro an die Klosterpforte in Kleve überwiesen. Bärbel Vick, zuständige Sozialpädagogin, erklärte in dem Video, wie wichtig es ist, hier aktive Hilfe zu leisten: „Zu uns kommen täglich ca. 40 Menschen zum Essen. Und täglich ungefähr 4 bis 5 Frauen, die zu mir in die Beratung kommen. Wir können ihnen manchmal schon direkt helfen, vermitteln sie weiter zu anderen Anlaufstellen, versuchen auch immer wieder, die Frauen an uns zu binden, aber das ist sehr schwierig wegen der Gewalt-, Drogen- und Missbrauchserfahrungen, die die Frauen im Gepäck haben.“

„Tue Gutes und rede darüber“, heißt eine alte Spenderweisheit – immer wieder zu kommunizieren, welche Ziele und Ergebnisse hinter der FrauenFilmNacht des unternehmerinnen forum niederrhein stehen, bleibt für uns wichtig.

Aber was gab es dieses Mal eigentlich zu sehen? Das Motto heißt (meistens) „Blind Date“ und deshalb heißt es, wie jedes Jahr: Schnellcheck der Filmplakate und ab ins entsprechende Kino.

Die Auswahl der Filme ist übrigens jedes Jahr eine spannende Abstimmung innerhalb des Vorstandes. Nicht so opulent und weltbewegend wie die Papstwahl, aber alle Vorschläge werden über das Jahr hinweg gesammelt, seriös recherchiert und möglichst ausgewogen mit Mehrheitsbeschluss ausgesucht.

Dieses Jahr gab es- so hofften wir- für jede Stimmungslage einen passenden Film. Da war „Back to Black“, der Film über das kurze, heftige Leben der grandiosen Sängerin Amy Winehouse, ein sehr berührender Film mit Anke Engelke und Ulrich Tukur „Dann passiert das Leben“ und als dritten Film die Versuche einer (fast 50 Jahre alten) Frau, sich noch einmal mit allem drum und dran zu verlieben „Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos“.

Augenscheinlich nicht schlecht gewählt, wie einige O-töne zeigten:

„Amy Winehouse war der Hammer!“

 „eine so schöne Komödie“ 

„so traurig und so schön“

„und Anke Engelke – dass das so eine tolle Schauspielerin ist….“

Die FrauenFilmNacht wäre nicht komplett, wenn wir nicht in starker Besetzung am Ausgang mit unserer taftberockten und goldgeschmückten „Lilly the Pink“ stehen würden- in der Hoffnung auf eine kleine oder gerne auch größere Spende in bar.

In dem Kinoticket enthalten war auch dieses Jahr bereits eine Spende über 10 Euro, ein Begrüßungsgetränk und ein kleiner Imbiss, den man im Anschluss an die Filme im kürzlich eröffneten Thoms’Moya geniessen konnte. Aber was an dem Abend noch bei Lilly landete, war erneut Rekord: 2.040,01 Euro! Und ja, es gab auch in diesem Jahr von BB MED neben einer Geldspende als give-away wieder hunderte Taschen mit toller Nø -Kosmetik. Hier gab es schwerbegeisterte Abnehmerinnen. Man munkelt sogar, dass daheimgebliebene Töchter ihre Mütter um diese wertvollen Schönheitsmittel echt beneiden….

Ebenfalls auf dem Tisch lagen viele farblich schöne Schals, die Dr. Elke Kleuren-Schryvers von der Buantamdi-Weberei mitgebracht hat. „Am Ende war alles an die Frau gebracht und Lilly fühlte sich wohlig voll – ich denke, wir haben unseren Job ganz gut gemacht“, meinte Stefanie Held nachher im Thom’s Moya beim Wein. Dort hatten sich die meisten Kinobesucherinnen noch zum Schnack bei einem Absacker und leckerem Fingerfood wiedergetroffen.

Barbara Baratie kann auch diesem Jahr wieder einen Rekorderlös verkünden: 11.570 Euro. Dieser Betrag setzt sich aus großzügigen Geldspenden unserer Mitgliedsunternehmen und weiteren Einzelspenden von Firmen zusammen, dem Erlös aus dem Verkauf von 411 Tickets und natürlich den Spenden für Lilly. Am 12. März findet bei Herbrand in Kevelaer die Geldübergabe an unsere Herzensprojekte Pro Humanität, IOP Germany, die Klosterpforte und an die von unserer Mitgliedsfrau Dr. Katrin van Heumen unterstützte IG Krebs. Und es dauert nicht mehr lange, da beginnen die Vorbereitungen für die FrauenFilmNacht 2027…

 

Text: Gabriele Coché-Schüer
Foto und Video: Yvonne Koall

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Foto und Video: Yvonne Koall